Schacherinnerungen.

Um meinen Werdegang als Schachspieler zu verstehen, muss auch ein Kapitel über das Sc h ach s pie I in M ö r I e nb ach geschrieben werden. Dies begann für mich damit, dass ich 1964 beruflich von der Sparkasse Heppenheim nach dort versetzt wurde.

Die Älteren unter uns erinnern sich: 1945 war in unserem Land der 2. Weltkrieg zu Ende gegangen. Nicht nur materiell, auch geistig waren Umwälzungen zu verkraften.

Aus dem Protokoll buch des "Sportverein Mörlenbach" dem Rechtsnachfolger einer "Sport- und Kulturgemeinde" ist folgendes nachzulesen:

Am 15.10.1945 stellten Mörlenbacher Bürger bei der Militärregierung der US-amerikanischen Besatzungstruppen

in Heppenheim den Antrag - nachdem zunächst alle deutschen Vereine mit den Kriegsende verboten waren- einen demokratisch legitimierten Zusammenschluss zur Ausübungen von "Kultur und Sport" zugründen. Dieser Antrag musste am 27.10.1945 nochmals ausführlich begründet werden, danach wurde er von der Besatzungsmacht genehmigt.

Am 23.01.1946 fand die Gründung der "Sport- und Kulturgemei nde Mörlenbach" (SKG) statt.

Aus dem Protokoll buch ist dabei zu ersehen, dass hierbei auch beschlossen wurde eine "Schachgruppe" zu bilden.

Nächstes Datum: 25.05.1946; im Gasthaus "Zur Krone" Mörlenbach findet die erste Mitgliederversammlung statt.

Punkt 3 der Tagesordnung: Wahl eines Schachgruppenleiters.

Als erster Leiter der Schachgruppe wurde Edwin Lud w i g gewählt. Im besagten Protokoll ist bezüglich des Schachspieles für das Jahr 1946 noch zu lesen: Ein Schachturnier findet am 06.09.1946 als Vereinswettkampf gegen den 1 Jahr zuvor gegründeten Schachklub Fürth (Odenwald) statt. Ein Ergebnis über diesen Wettkampf ist nicht mehr - auch später nicht- dokumentiert.