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SAISON 1999 / 2000
 

 

Nach zähem Kampf gewinnen die Mörlenbacher Schachfreunde Ihre erste Begegnung in der Oberliga-Ost   12.12.99

  Über den Kampf zum Sieg – dass dieses Motto nicht nur für die grauen Mäuse der Fußballbundesliga wie z.B. Unterhaching, Ulm und Duisburg zutrifft, bewies die erste Mannschaft des Schachclubs Freibauer 80 Mörlenbach eindrucksvoll am vergangenen Sonntag mit einem äußerst knappen aber verdienten Sieg nach fast an die sieben Stunden langen Kampf.

Gegner der in der Oberliga-Ost gespielten vierten Runde war die zweite Mannschaft des Erfurter Schachklubs. Beide Mannschaften hatten in den ersten drei Runden nur Niederlagen einstecken müssen und so kam es zu einem ersten wichtigen „Kellerduell“ der laufenden Saison. Dieser Tatsache bewusst, waren die Erfurter mit einer starken Mannschaft angereist. Zum ersten Mal spielten an den beiden ersten Brettern mit Fuhrmann und Fötsch zwei hoffnungsvolle Talente, die ansonsten hauptsächlich in der ersten Bundesligamannschaft eingesetzt werden. Aber auch dem Mörlenbacher Mannschaftsführer Peter Klings gelang es trotz Ausfalls einiger Stammspieler eine gute Mannschaft an die Bretter zu bringen. So spielte zum wiederholten Male Matthias Vettel am zweiten Brett und bewarte so die Mannschaft vor zu starkem Aufrücken. Am Brett 8 kam nach langer Abstinenz Daniel Beck zum Einsatz.

Im Wettkampf wurde von Anfang an mit „offenem Visier“ gekämpft, keine der Partien wurde durch ein Salonremis beendet, alle Bretter wurden bis zum bitteren Ende ausgespielt. Die Erfurter gingen durch eine Niederlage von Daniel Beck am 8. Brett in Führung. Noch vor der ersten Zeitkontrolle nach vier Stunden konnte Udo Wallrabenstein am 7.Brett ausgleichen. Bleibt es bei dieser aufsteigenden Form, könnte er dieses Jahr ein weit besseres Saisonergebnis erreichen. An den übrigen Brettern ging es auch bedingt durch manche Zeitnotschlachten drunter und drüber. Als sich der erste Rauch verzogen hatte, stand es dann bald 2.5 : 2.5. Am zweiten Brett hatte Matthias Vettel in einem langen Endspiel den kürzeren ziehen müssen, während es bei Michael Schäfer am 5. Brett trotz guten Spiels und einem Mehrbauer nur zu einem Unentschieden reichte. Äußerst glücklich fiel dagegen der Sieg von Paulus Wohlfart am 5. Brett aus. Dessen Gegner hatte Material geopfert und eine Gewinnstellung erreicht, aber vergessen, den Sack zuzumachen. Durch einen Konter konnte Paulus Wohlfart ein günstiges Endspiel erreichen, dass er nach der Zeitkontrolle sicher in einen Sieg umwandeln konnte.

Zu diesem Zeitpunkt sah es noch lange nicht nach einem Sieg der Mörlenbacher aus. Die Wende schaffte Augustinus Wohlfart am 6. Brett, der mit dem Rücken zur Wand stehend, den Gegner nach 6 Stunden auskontern konnte und damit die Mörlenbacher zum ersten Mal in Führung brachte. Spielertrainer Sergey Galdunts konnte sich am ersten Brett trotz zwischenzeitlich besserer Stellung nicht durchsetzen, ließ aber in dieser Phase nichts anbrennen und beendete die Partie souverän mit einem Remis. So war lag es wieder mal wie so oft an Peter Klings, diesmal am 3. Brett spielend, den entscheidenden halben Punkt zum Gesamtsieg beizutragen. Seine Spielweise prädestiniert ihn geradezu für solche Entscheidungspartien. So war nach vier Stunden noch nichts wesentliches auf seinem Brett geschehen, beide Gegner hatten sich permanent belauert. Nach sechs Stunden hatte Peter Klings im Endspiel zwar eine Mehrqualität, der Gegner dafür aber zwei verbundene Freibauern als Kompensation. Trotzdem gelang es Peter Klings, diese erst zu blockieren und dann einen davon zu erobern. Obwohl beide fast bis zur letzten Minute kämpften (sieben Stunden!), gelang es dem Gegner nicht mehr Peters Abwehrbollwerk zu überwinden. Die Partie endete mit einem Remis – Mörlenbach konnte einen knappen 4.5 : 3.5 Erfolg verbuchen.

Wenn es in den folgenden Begegnungen gelingt, diesen Kampfgeist zu erhalten, sollten die Mörlenbacher in der Lage sein, weitere wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu verbuchen.

 

Erste Mörlenbacher Schachmannschaft an diesem Wochenende ohne Chancen   11.08.99

Zur ersten Doppelrunde in der noch jungen Saison musste die erste Mannschaft des Schachclub Freibauer 80 Mörlenbach am letzten Wochenende in Offenbach antreten. Nervenaufreibend waren schon die Tage vorher, hatten doch bis zu vier Stammspieler für dieses Wochenende absagen müssen, so dass anfänglich für beide Spiele nur eine Rumpfmannschaft zur Verfügung stand.  Kurzfristig konnte jedoch Hajo Clara im ersten Spiel Samstags noch einspringen. Und letzten Endes gelang es dem Mannschaftsführer Peter Klings durch zähe Kommunikationsarbeit die Mannschaft durch zwei junge Nachwuchsspieler aufzufüllen.

Ungewohnt war das Spiellokal der gastgebenden Offenbacher Schachgemeinschaft. Mitten im Stadtzentrum spielte man an nobelster Adresse, im Arabella Kongresshotel, was auf der einen Seite der Veranstaltung einen passenden Rahmen gab, sich auf der anderen Seite aber auch in durchaus noblen Getränkepreisen niederschlug. Am ersten Spieltag mussten die Mörlenbacher gegen die Mannschaft des Gastgebers antreten. Anfänglich sah es nach einem durchaus offenen Kampf aus, da die Offenbacher auch nur eine ersatzgeschwächte Mannschaft aufbieten konnten. Am Ende ging die Begegnung jedoch klar mit 6.5: 1.5 an die Offenbacher, wobei dieser Sieg eindeutig zu hoch ausfiel und den eigentlichen Spielverlauf etwas auf den Kopf stellte. Die Unentschieden für Mörlenbach holten am ersten Brett Sergey Galdunts gegen die lebenden Schachlegende Großmeister Mark Taimanov, sowie Paulus Wohlfart am fünften Brett und Eldar Grigorjan am siebten Brett. Unglücklich verloren nach langem Kampf Hajo Clara am zweiten Brett (gegen den internationalen Meister Nedela), Mathias Vettel (gegen den Ex-Bundesligaspieler Cordes) und Guido Fickartz am achten Brett. Eindeutig waren nur die Niederlagen von Peter Klings und Michael Schäfer. Etwas niedergeschlagen machte sich die Mannschaft an diesem Abend auf dem Heimweg.

 Am nächsten Morgen ging es gegen die Schachfreunde aus Schöneck, die als Absteiger aus der 2. Bundesliga als einer der heißesten Kandidaten für den direkten Wiederaufstieg gehandelt werden und in entsprechender Starbesetzung antrat. Mörlenbach konnte dem nur sieben Mann entgegenstellen, die sich an diesem Tage wacker schlugen und einen intakten Kampfgeist bewiesen. Gut fielen dabei die Leistungen von Sergey Galdunts (1.Brett), Augustinus Wohlfart (7. Brett) und Oliver Caizapanta (8.Brett) aus, die gegen ihre jeweiligen Gegner remisieren konnten. Eindeutig dagegen waren die Niederlagen von Peter Klings und Paulus Wohlfart. Unglücklich verlor Michael Schäfer, dessen Blättchen in einer wilden beiderseitigen Zeitnotschlacht ein Zug vor der Zeitkontrolle fiel. Es hätte genauso gut umgekehrt ausgehen können. Das es durchaus auch Hoffnungsträger in der Mannschaft gibt, demonstrierte dagegen an diesem Tag Matthias Vettel, der den immerhin amtierenden Hessenmeister Horst Alber aus der Eröffnung heraus keine Chance auf Gegenspiel bot, und nach langem Druckspiel in Endspiel gewinnen konnte. Letzten Endes stand an diesem Tag eine noch respektable 5.5: 2.5 Niederlage gegen einen sehr starken Gegner.

Die erste Mörlenbacher Schachmannschaft findet sich nach diesem misslungenen Saisonstart in ähnlicher Situation wie im letzten Jahr im Tabellenkeller wieder. Dennoch sollten die Situation nicht überbewertet werden, hatte man doch in den ersten Spielen mit etwas überraschenden personellen Problemen zu kämpfen. Eine voll aufgestellte Mannschaft mit einem nach wie vor intakten Kampfgeist wird in den nächsten Spielen gegen leichtere Gegner Ihrer Chance haben.

 

Alle Berichte stammen aus der Feder von Dr. Paulus Wohlfart.

 

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Last updated 15.06.2002