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SENSATIONELLER ERFOLG FÜR VITALY KUNIN |
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Vitaly Kunin wird Schach-Vizemeister bei der deutschen Meisterschaft
Mit einem sensationellen Erfolg ging die Deutsche Schachmeisterschaft in Osterburg (Sachsen-Anhalt) für Vitaly Kunin zu Ende. Der Darmstädter hatte sich als Hessenmeister für das Turnier qualifiziert und ließ unter 46 Teilnehmern nach spannendem Verlauf zahlreiche hochkarätige Gegner hinter sich. Im Anschluss an ein Auftaktremis gegen Jens Reipsch (USV Halle) kam er in der zweiten Runde gegen Michael Becker (USV Halle) zum ersten Sieg im Turnier. Danach folgte mit einem Schwarzsieg gegen Artur Jussupow (SG Solingen), einen der Top-Favoriten, der erste Paukenschlag. Vitaly Kunin verkraftete auch seine einzige Niederlage in der folgenden Runde gegen Igor Khenkin (TV Tegernsee) und hielt mit einem Remis gegen den deutschen Spitzenspieler Alexander Graf (SG Porz) Kontakt zur Spitzengruppe. Ein Schlussspurt mit 2,5 Punkten aus drei Runden brachten ihn schließlich ganz weit nach vorne. Nach einem Unentschieden gegen Jakov Meister (SC Friesen Lichtenberg) folgten zum Abschluss zwei Siege gegen Jan Gustavsson (Hamburger SK) und Thomas Henrichs (Hansa Dortmund). Mit einem Ergebnis von 6,5 Punkten aus neun Partien schloss der Hessenmeister punktgleich mit Turniersieger Thomas Luther (SC Neukloster) und Artur Jussupow ab. Die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft, die zum Start im nächsten Weltcup berechtigt, fiel nach einem äußerst selten angewandten System der Feinwertung. Nicht die allgemein übliche Addition der Punkte der Gegner, sondern deren Spielstärke-Schnitt nach ELO-Zahlen wurde bei der nationalen Meisterschaft herangezogen. Während Vitaly Kunin nach sämtlichen gängigen Wertungssystemen Deutscher Meister geworden wäre, lag er nach der unbekannten, beim Schachclub Freibauer Mörlenbach-Birkenau aber als äußerst umstrittene Variante der Feinwertung schließlich als Vizemeister auf den zweiten Platz. Für den 22jährigen, der sich außer dem Schachsport noch einem Fernstudium in seiner Heimatstadt Moskau widmet, ist es ein völlig unerwarteter Erfolg, auch wenn er sein Talent bereits bei zahlreichen Turnieren unter Beweis gestellt hat. So erreichte er schon 2004 beim Großmeisterturnier in Griesheim gegen starke Gegner eine Großmeisternorm. Bei der Deutschen Meisterschaft in Osterburg spielte er seine vierte GM-Norm und erhält auf dem nächsten Kongress des Weltschach-Bundes FIDE den Großmeister-Titel, die höchste Auszeichnung im Schach. Trotz des sportlichen Höhenfluges hat der Darmstädter nicht abgehoben. Er ist weiterhin eine stabile und zuverlässige Größe in seinem Verein SC Freibauer Mörlenbach-Birkenau, für den er seit einigen Jahren in der Oberliga Ost aktiv ist. Hinter dem armenischen Großmeister Sergey Galdunts besetzt Vitaly Kunin das zweite Brett im Team der Odenwälder. In der gerade laufenden Saison bestehen noch Chancen auf den Zweitliga-Aufstieg, wenngleich die Mannschaft einen Punkt hinter Tabellenführer BVK Frankfurt zurückliegt. Der Zweitliga-Aufstieg mit dem Mörlenbacher Team wäre für den sympathischen Pendler zwischen Darmstadt und Moskau sicherlich die Krönung der unglaublich erfolgreich verlaufenden letzten Wochen am Schachbrett. Der Endstand der deutschen Meisterschaft: 1. Thomas Luther (SC Neukloster/Mecklenburg-Vorpommern) 6,5, 2. Vitaly Kunin (SC Mörlenbach-Birkenau/Hessen) 6,5, 3. Artur Jussupow (SG Solingen/Nordrhein-Westfalen) 6,5, 4. Igor Khenkin (TV Tegernsee/Bayern) 6,0, 5. Leonid Kritz (SF Katernberg/Nordrhein-Westfalen) 6,0, 6. Jakov Meister (SC Friesen Lichtenberg/Berlin) 6,0, 7. Thomas Henrichs (Hansa Dortmund/Nordrhein-Westfalen) 5,5, 8. Michael Prusikin (TSV Bindlach/Bayern) 5,5, 9. Raj Tischbierek (SC Kreuzberg/Berlin) 5,5, 10. David Baramidze (SG Solingen/Nordrhein-Westfalen) 5,5.
Endstand Tabelle
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