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MEISTER IN DER OBERLIGA OST
 


Freibauer schaffen doch noch den Aufstieg in die zweite Schachbundesliga

Mit einer zähem Kampfleistung erfüllte sich die erste Mannschaft des Schachclubs Freibauer Mörlenbach-Birkenau ihren größten Wunsch und schafften doch noch sensationell den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Vier Runden vor Schluss schien der Tabellenführer BvK Frankfurt schon fast uneinholbar davongeeilt. Am Ende hatten jedoch die Freibauern im Saisonfinale den deutlich längeren Atem. Vor der letzten Doppelrunde am ersten Aprilwochenende trennte nur noch ein Brettpunkt die beiden Mannschaften. Nach Mannschafspunkten hatten die Freibauern zum Tabellenführer aufgeschlossen. Grund genug für die Freibauern in ihrem Samstagsspiel gegen Hungen-Lich die beste Mannschaft an die Bretter zu schicken. Nachdem Sergey Galdunts und Sebastien Peter an Brett 1 und 3 über ein Untenschieden nicht hinauskamen, sah es lange Zeit nach einem sehr umkämpften Wettkampf aus. Erst nach dem Sieg von Michael Schäfer an Brett 6 neigte sich die Waagschale langsam aber bedächtig den Freibauern zu. Paulus Wohlfart und Heiko Schneider (Brett 5 und 4) konnten nach 4 Stunden eine beruhigende 4:1 Führung herausspielen. Einen kurzen Rückschlag gab es durch die erste Saisonniederlage von Christian Böhmer an Brett 7. Der Tagessieg war komplett, als es Vitali Kunin an Brett 2 gelang, dem wohl wildesten Spieler von Hungen-Lich den ganzen Punkt abzuknöpfen. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können, wenn Peter Klings in Gewinnnstellung nicht gestrauchelt wäre und noch in ein Remis einwilligen mußte.
Nach Ende der Begegnung stellte sich heraus, dass die Freibauern mit diesem 5.5 zu 2.5 Sieg zum erstmal in der Saison die Tabellenspitze erklimmen konnten. Im Fernduell hatte BvK Frankfurt gegen die abstiegsbedrohten Mannschaft von Medizin Erfurt dem Druck nicht standhalten können und mit 2:6 deutlich verloren.

Direkt am darauffolgenden Sonntagmorgen ging es dann in der letzten Runde gegen die Mannschaft von ESV Lok Sömmerda. Vor der Saison war diese Mannschaft als einer der Geheimfavoriten gehandelt worden, da sie an den ersten vier Brettern die wohl stärkste Aufstellung in der Liga ingesamt aufbieten können. Sie spielt am 1. Brett die amtierende Juniorenweltmeisterin Elisabeth Pähtz. An Brett 3 und 4 treten zwei erfahrene Schachgroßmeister an. Mit dieser starken Aufstellung waren die Thüringer bereits am Samstag gegen den Gastgeber aus Griesheim angereist und hatten nach langem Kampf unglücklich mit 3.5 zu 4.5 verloren. Sicherlich nicht unbeeindruckt vom Vortag und noch müde nach dem langen Kampf und kurzer Nacht, kam es nach Wettkampfbeginn an einigen Brettern zu Remisangeboten, die die Freibauern annahmen, da sie dadurch dem Gesamtsieg immer näher kamen. Am Ende ergab sich ein 4:4, das die Weschnitztäler uneinholbar die Tabellenführung sicherte. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte stand damit der Freibauer Mörlenbach Birkenau als Meister der nach der Wende 1990 neugeschaffenen Oberliga Ost fest.

Der Aufstieg in die zweite Bundesliga hat sicherlich viele Wurzeln. Neben dem unermüdlichen Einsatz der Stammspielern, die teilweise sehr grosse Entfernungen aus der Schweiz, Frankreich und Russland zurücklegen mußten, trugen auch die zum Einsatz gekommenen Ersatzspieler Torsten Bitsch, Markus Frei und Uwe Recker mit einigen wichtigen Punkten zum Gesamterfolg bei. Unerwähnt darf auch nicht die unschätzbare Unterstützung durch die Gemeinde Mörlenbach bleiben, die nicht nur mit dem Bürgerhaus Mörlenbach eine exzellente Spielestätte für die Heimspiele der Freibauern zur Verfügung stellte.




 

Die erste Mannschaft des Schachclubs Freibauer Mörlenbach-Birkenau wenige Stunden nach Ihrem größten Erfolg, den Aufstieg in die zweite Schachbundesliga. Obere Reihe (von links nach rechts): Peter Klings (wohnhaft in St. Galen, Schweiz), Paulus Wohlfart (Mannschaftsführer), Christian Böhmer und Michael Schäfer. Untere Reihe: Torsten Bitsch, Heiko Schneider, Großmeister Sergey Galdunts und der deutsche Vizemeister IM Vitali Kunin (studiert zur Zeit in Moskau). Auf dem Bild fehlen die ebenfalls zum Einsatz gekommenen Sebastien Peter (wohnhaft in Strassburg, Frankreich), Markus Frei und Uwe Recker.




 

Im Sonntagsspiel traf Sergey Galdunts an Brett 1 auf die amtierende Juniorenweltmeisterin Elisabeth Pähtz.